SCHUHWERK by Christian Bachner

Das Schuhwerk ist zweifelsohne ein Teil unserer Kleidung, das einen besonderen Stellenwert einnimmt, dient es doch nicht einfach nur als Schutz vor Kälte und mechanischen Beanspruchungen, es hat einen wesentlichen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit.

Bei keinem anderen Teil unserer Kleidung ist die Passgenauigkeit von so großer Bedeutung. Kleine Abweichungen können bereits große Auswirkungen auf unser Wohlbefinden haben.

Das Handwerk des Schuhmachers hat sehr lange Tradition, und hat sich über die Jahrhunderte stets weiterentwickelt. Selbst wenn die Art und Weise der Herstellung eines handgefertigten Maßschuhs in Grundzügen schon lange gleich gehandhabt wird, bieten doch moderne Materialien und Verarbeitungstechniken Raum für Neues.

Der rahmengenähte Schuh wird als Königsdisziplin beim Schuhmacherhandwerk bezeichnet. Er zeichnet sich dadurch aus, dass in einem aufwändigen Arbeitsschritt die Brandsohle mit dem Oberleder und dem Rahmen, einem umlaufenden Lederstreifen, von Hand vernäht werden, was dem Schuh Langlebigkeit als auch hohen Tragekomfort verleiht.


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Der Maßschuh by Christian Bachner

Nachstehend erfahren Sie mehr über die Herstellung eines handgefertigten Maßschuhs in meiner Manufaktur. Viele Stunden und unzählige Arbeitsschritte erfordert es, einen Schuh in Handarbeit herzustellen und dabei stets Qualität und Tragekomfort im Auge zu behalten.

Der Leisten
Für die Herstellung eines Maßleistens wird zuvor eine sogenannte Trittspur vom Fuß abgenommen. Das erfolgt mit einem großen Stempelkissen, mit dem man einen Abdruck der beiden Füße nimmt und den Umriss zeichnet. In weiterer Folge werden an mehreren Stellen der Füße Umfangmaße genommen. Diese Daten und die später gewünschte Schuhform werden dem Leistenhersteller übermittelt, der dann den Leisten anfertigt.

Maßleisten
Maßleisten

Das Fußbett
Bevor man beginnt, das Modell zu entwerfen, wird am Leisten das spätere Fußbett angefertigt. Ich verwende dazu Naturkork, der sich im Laufe der Zeit an den Fuß des Trägers anpasst und damit ein angenehmes Fußbett bildet. 

Das Modell
Das gewünschte Schuhmodell wird direkt auf den Leisten gezeichnet. Je nach Modell besteht der Schaft, der Oberteil des Schuhs, aus mehreren Lederteilen, für deren Zuschnitt man zuvor Schablonen anfertigen muss. Da es sich beim Schuh um ein dreidimensionales Objekt handelt, ist es erforderlich, die dreidimensionalen Daten in zweidimensionale Schablonen umzuwandeln. 

Modellierung
Modellierung

Der Schaft
Der Schaft besteht aus den Teilen des Oberleders, den Teilen des Futterleders sowie später nicht sichtbarer Lederteile, die zur Verstärkung im Schuh dienen.

Schaftteile
Schaftteile
Schaft (Schuhoberleder)
Schaft (Schuhoberleder)

Die Brandsohle
Die Brandsohle stellt gewissermaßen die Basis des Schuhs dar, sie ist die Verbindung von Schaft (Schuhoberteil) und Sohle. Beim rahmengenähten Schuh wird der Rahmen, ein umlaufender Lederstreifen, mit dem Schaft und der Brandsohle vernäht. Diese Arbeitsweise verleiht dem Schuh eine besondere Langlebigkeit. 

Vor dem Rahmennähen wird die Brandsohle herabgelassen, ein Arbeitsschritt, bei dem aus dem Leder der sogenannte Einstechdamm herausgearbeitet wird. Der Einstechdamm wird vor dem Zwicken und Rahmennähen vorgestochen.

Brandsohle
Brandsohle

Das Zwicken
Als Zwicken bezeichnet man das Aufziehen des Schaftes auf den Leisten. Dabei wird das Leder durch die Brandsohle in den Leisten genagelt. Dieser Arbeitsgang erfordert gefühlvolles Arbeiten, denn das Oberleder darf dabei nicht beschädigt werden, und dennoch muss der Schaft kraftvoll gespannt werden, damit er die Form des Leistens optimal annimmt.

Zwicken
Zwicken

Das Rahmennähen
Als Rahmen bezeichnet man einen umlaufenden Lederstreifen, der beim Rahmennähen mit dem Schaft und der Brandsohle vernäht wird. Dieser Arbeitsgang ist besonders wichtig für die spätere Qualität des Schuhs. Die Rahmennaht ist die Verbindung des Schuhoberteiles mit der späteren Laufsohle. 

Rahmennähen
Rahmennähen
Der fertige Rahmen
Der fertige Rahmen

Die Korkausballung
Zwischen Brandsohle und Laufsohle wird eine Korkausballung eingebracht. Diese erhöht den Tragekomfort und füllt den beim Rahmennähen entstandenen Hohlraum aus. Zwischen der Brandsohle und der Ausballung wird von der Ferse bis zum Mittelteil die sogenannte Gelenkfeder eingesetzt, ein Metallstreifen, der dem Schuh Stabilität bietet und verhindert, dass beim Abrollen der Schuh abknicken kann.

Ausballung
Ausballung

Die Sohlennaht
Bei diesem Arbeitsschritt wird der Rahmen mit der Laufsohle von Hand vernäht.

Sohlennaht
Sohlennaht

Der Absatz
Der Absatz erfordert gleichermaßen genaues und sorgfältiges Arbeiten, soll er doch dem Träger entsprechende Stabilität verleihen. Der Absatz wird aus mehreren Lederschichten aufgebaut, die mit dem Schuh durch Holznägel verbunden werden. Ein Gummieinsatz dient als Dämpfung und Schutz des Leders.

Der Ausputz
Bei diesem Arbeitsschritt werden die Laufsohle und die Absatzkante fein geschliffen, mit speziellen Werkzeugen verdichtet und bei bedarf eingefärbt und poliert.

Nach dem Ausleisten wird noch die Deckbrandsohle in den Schuh eingearbeitet.     

Nach vielen Arbeitsschritten und unzähligen Stunden ist ein außergewöhnliches Produkt höchster Handwerkskunst entstanden, das seinen Träger über viele Jahre Freude bereiten wird!